Gehalten sein

Sanfte Berührung

Manchmal, wenn im Gespräch Gefühle kommen, 
öffnet sich auch unser Körper und sucht nach der Erfahrung, nicht allein zu sein.
Berührung kann hier tiefer wirken, als im Alltag, 
weil unser nun Nervensystem besonders erreichbar ist.

Manchmal reicht ein sanftes Halten der Füße aus
während Du Dich unter einer warmen Decke geborgen und sicher fühlst.

Biofeedback-Massage

Es wird immer bekannter, dass unser Darm eine Art zweites Gehirn darstellt. 
Er verdaut nicht nur Speisen, sondern auch Gefühle und Erlebnisse.

Und er antwortet sogar sehr direkt, wenn die Umstände ihm helfen,
alte Erlebnisse nun endlich verarbeiten und loszulassen zu können.

Hieraus hat sich seit einigen Jahrzehnten eine psychotherapeutische Massage-Schule entwickelt, die mit dem Stethoskop auf dem Bauch hört, wo der Körper Berührung und Behandlung braucht, um alten Stress aufzulösen.

In diesem Sinne kann auch sanfte Massage genutzt werden, um körperlich-seelische Prozesse zu unterstützen und alte Anspannung und Stress aus dem System zu lösen.
Doch auch hier wird in der Regel bekleidet und mit einer Wolldecke behandelt,
da es sich nicht um eine klassische Muskel-Massage handelt.

 Berührung findet nur mit Einverständnis statt 

und ist kein Muss für unsere therapeutische Beziehung und Arbeit! 
Sie passt auch nicht zu jedem Thema.
Dort wo sie passt, ist sie eine angenehme und gleichzeitig sehr wirksame Methode.
Doch sie ist nur eine von verschiedenen Möglichkeiten,
Ruhe, Sicherheit und Unterstützung zu erfahren
und als heilsame Ressource in unser Nervensystem zu integrieren.

Die Einladung

Manchmal taucht im Klient in einer Sitzung plötzlich ein Gefühl auf:
"Wie schön wäre das jetzt, wenn jemand meine Füße halten würde.."
"Es würde jetzt so gut tun, wenn jemand meinen Kopf berührt.."

Wenn diese Impulse ausgesprochen werden können
und jemand uns zur gewünschten Erfahrung verhilft,
dann macht unser Körper eine Erfahrung,
die ihm vielleicht lange gefehlt hat:

"Jemand ist da.
Jemand ist auf meiner Seite.
Meine Gefühle, Impulse und Bedürfnisse sind nicht komisch.
Ich darf leben."

Usw.

Das hier ist nur eine Einladung, 
eine Möglichkeit zu neuen, positiven Erfahrungen,
die in Kontakt mit dem eigenen Bedürfnis nach 
Sicherheit und Antwort gehen.
Und halten.

Was das mit der Psyche macht

Unsere Gedanken, unser Verhalten, unsere Beziehungsmuster, Stress-Bewältigungsstrategien und Lebensstimmungen sind kein abgeschnittenes Phänomen.

Jeder kennt die Erfahrung, wie unterschiedlich schwer unsere Probleme wiegen.
Wie Probleme kleiner werden,
Lösungen einfacher, Störungen weniger dramatisch sein können,
wenn wir einen dieser guten Tage haben.

Wo Wut war ist manchmal Leichtigkeit und Weiches,
Wo Angst war ist manchmal Sorglosigkeit und Leben,
Wo Enge war ist plötzlich alles ganz normal.

Wenn der Körper Erfahrungen macht,
die ihm helfen, sich selbst und dem Leben wieder zu vertrauen -
nicht weil er soll, sondern weil dieses Vertrauen einfach in ihm entstehen darf -
dann verändert das unsere Muster, Verhalten und Gedanken von Innen heraus.

Organisch und natürlich.
Wir müssen diese Veränderung nicht festhalten.
Sie entsteht.

Wenn wir nicht mehr gegen uns kämpfen,
wird Kraft und Energie frei, um unser Leben so zu führen,
wie wir es eigentlich wollen.

Beziehungen, Projekte, Ruhe, Kreativität.
Alles richtet sich neu aus.

Wie ein Leben gelingt?
Vielleicht einfach auch, indem es endlich darf.