Worte und Gedanken zu Themen, die Menschen bewegen
Angst & Panik
Wenn etwas in dir zu zittern
und zu rasen beginnt,
braucht es manchmal etwas Hilfe,
um zur Ruhe zu kommen.
Und zu spüren,
dass du nicht in Gefahr bist.
Angst kommt oft fast von allein.
Und plötzlich fühlt sich nichts mehr sicher an.
Zusammenreißen geht dann nicht.
Weil der Boden fehlt,
auf dem man stehen kann.
Hier arbeite ich gern auch
mit leichter Berührung und Massage.
Der Körper kann dabei etwas aufnehmen,
was ihn immer wieder als Angst überfällt.
Und spüren:
Da ist jemand da.
Ich kann loslassen.
Ich bin sicher.
Der Körper braucht keine Mantren.
Er kann Erfahrungen tief in sich tragen.
Und ihre Wirkung bleibt,
auch wenn die Stunde vorbei ist
und wir nicht mehr im selben Raum sind.
Einfach, weil etwas in dir
eine andere Erinnerung findet.
Nicht nur an Gefahr und Ausgeliefertsein,
sondern an Kontakt.
An Halt.
An Dürfen.
Es ist schwer, das zu erklären.
Es ist Erleben,
das verwandelt.
Nähe & Beziehung
Wenn sich etwas in dir nach Kontakt sehnt – und sich gleichzeitig davor fürchtet.
Manche Menschen wünschen sich Nähe,
aber es darf nicht zu verbindlich werden.
Denn etwas in ihnen zieht sich zurück,
sobald es wirklich nah wird.
Andere sehnen sich nach Verschmelzung,
und doch macht echte Berührung Angst.
Manche sind voller Gefühle,
und der Abgrund öffnet sich schnell.
Andere wünschen sich Beziehung –
und wenn sie entsteht, wird plötzlich alles leer,
oder der Impuls kommt, wieder zu gehen.
Nähe und Distanz
sind keine Entscheidungen des Kopfes.
Sie sind oft
Bewegungen des Körpers.
Und sie leben stark davon,
wie selbstverständlich du
dein eigenes Dasein empfindest –
oder wie sehr du das Gefühl hast,
es dir verdienen zu müssen.
Wenn Beziehung im Körper entsteht
Viele dieser Muster haben früh begonnen.
In der körperorientierten Arbeit geht es darum,
Beziehung nicht nur zu verstehen,
sondern sie neu zu erleben.
Ein Kontakt,
in dem du fühlen darfst,
was du wirklich fühlst –
und jemand einfach bei dir bleibt.
Ein Raum,
in dem du nicht wählen musst
zwischen Fühlen und Begegnen,
zwischen Nähe
und dem Bedürfnis nach Schutz,
nach Respekt,
nach Ernstgenommen-Sein.
Nähe fragt nicht,
ob du bereit bist.
Nähe fragt,
ob du da bist.
Und um zu spüren,
wie sich Dableiben wirklich anfühlt,
braucht es manchmal einen Ort,
an dem du ganz willkommen bist.
Ohne Angst haben zu müssen,
irgendwie „falsch“ zu sein.
In Kontakt zu gehen,
in Beziehung zu sein,
braucht mehr als alles andere:
Vertrauen.
Und dieses Vertrauen
entsteht nicht durch schlaue Worte.
Es wird erlebt
und sickert ein.
So wird der Körper
mehr und mehr
zu einem Zuhause.
Und Kontakt wird leichter –
auch, weil nicht mehr so viel
von ihm abhängt.
Scham & Selbstwert
Manchmal sitzt da eine Stimme in dir,
die sagt:
Du bist nicht gut genug.
Diese Stimme klingt oft vertraut.
Fast wie Wahrheit.
Und doch ist sie nur
eine alte Erinnerung.
Scham fühlt sich an
wie Zusammenziehen.
Wie kleiner werden.
Wie nicht gesehen werden wollen
und gleichzeitig
so sehr gesehen werden wollen.
Man beginnt, sich selbst zu prüfen.
Zu korrigieren.
Sich innerlich zu entschuldigen
für das eigene Dasein.
Doch niemand kommt mit dem Gefühl zur Welt,
falsch zu sein.
Scham entsteht,
wenn etwas von dir
nicht gehalten wurde.
Wenn dein Ausdruck
zu viel war.
Oder zu wenig.
Oder einfach nicht verstanden.
Dann lernt der Körper,
sich zu schützen.
Er spannt sich an.
Er wird leiser.
Oder härter.
Oder passt sich an.
Und irgendwann fühlt es sich an,
als wärst du wirklich so,
wie die innere Stimme es behauptet.
In der gemeinsamen Arbeit geht es nicht darum,
diese Stimme zu bekämpfen.
Nicht darum, dir einzureden,
dass du „toll“ bist.
Sondern darum,
zu erleben,
dass du da sein darfst.
Mit dem, was dich ausmacht.
Mit deiner Unsicherheit.
Mit deiner Sehnsucht.
Mit deiner Wut.
Mit deiner Verletzlichkeit.
Wenn dein Körper erfährt,
dass er nicht beschämt wird,
nicht korrigiert,
nicht bewertet,
kann sich etwas lösen.
Nicht, weil du dich optimierst.
Sondern weil du aufhörst,
dich zu verstecken.
Selbstwert entsteht nicht
durch Leistung.
Er wächst dort,
wo dein Dasein
nicht verhandelt wird.
Und vielleicht merkst du irgendwann,
ganz leise:
Ich muss mich nicht kleiner machen.
Ich darf Raum einnehmen.
Ich bin nicht falsch.
Ich bin da.
Und das genügt.
Leere & Schwermut
Hier darfst du zur Ruhe kommen.
Und dabei entsteht ein Raum,
in dem sich etwas wieder traut,
zu fühlen.
Berührt zu sein.
Und damit beginnt etwas Mutmachendes:
Du kehrst zurück.
Nicht, weil du dich motivierst
oder zusammenreißt.
Sondern, weil Gefühle
die Stille zwischen den Worten brauchen.
Da sein dürfen.
Heilung ist so oft
der Wandel vom Müssen
zum Dürfen.
Du darfst dir Zeit nehmen.
Und Raum.
Und trotzdem bleibt jemand da.
Und das macht Mut.
Wenn dir Antrieb fehlt,
du niedergeschlagen bist,
nichts mehr fühlst,
auf nichts mehr Lust hast –
dann brauchst du nicht,
dass dich jemand antreibt.
Wenn die Müdigkeit da sein darf,
kannst du wieder ein Zuhause in dir finden.
Und Stück für Stück
beginnt etwas in dir
wieder zu leben.
Lust & Lebendigkeit
Manchmal ist das was fehlt
nicht draußen.
Sondern ein lebendiges Strömen in uns.
Freude.
Neugier.
Ein inneres „Ja“.
Vielleicht war es einmal leichter,
zu lachen.
Zu begehren.
Sich hinzugeben.
Spontan zu sein.
Vielleicht war es schon lange fremd.
Vielleicht wurde Vorsicht irgendwann wichtig.
Anpassung
und Kontrolle.
Lust wurde riskant.
Lebendigkeit zu viel.
Impulse mussten geprüft werden.
Doch dabei wurde es stiller in dir.
Vielleicht zu still für Deinen Geschmack.
Nicht tot.
Nur gedämpft.
Lebendigkeit ist nichts,
was man trainieren kann.
Sie entsteht,
wenn Sicherheit da ist.
Wenn dein Körper spürt,
dass er nicht bewertet wird.
Nicht beschämt.
Nicht zurückgewiesen.
Dann darf sich etwas zeigen,
das lange gewartet hat.
Ein Impuls.
Ein Lächeln.
Ein Wunsch.
Ein Nein.
Ein Ja.
Lust ist mehr als Sexualität.
Sie ist die Fähigkeit,
dich berühren zu lassen –
vom Leben.
Vom Kontakt.
Von einem Blick.
Von deiner eigenen Bewegung.
In der gemeinsamen Arbeit geht es nicht darum,
dich „wilder“ zu machen
oder extrovertierter.
Sondern darum,
dass dein inneres Strömen
wieder vertrauenswürdig wird.
Dass du spürst:
Meine Impulse sind nicht gefährlich.
Meine Spontanität ist kein Risiko.
Mein Begehren ist kein Fehler.
Wenn der Körper sich sicher fühlt,
beginnt er von selbst,
sich aufzurichten.
Sich zu weiten.
Sich zu freuen.
Und manchmal entsteht daraus
eine neue Beziehung zu dir selbst.
Weniger Kontrolle.
Mehr Kontakt.
Weniger Zurückhalten.
Mehr Lebendigkeit.
Nicht laut.
Nicht überfordernd.
Sondern so,
wie es für dich stimmt.
Und vielleicht merkst du irgendwann:
Es fließt wieder.
Und ich darf mitfließen.
Psychosomatik
Manchmal spricht der Körper,
wenn wir selbst keine Worte mehr haben.
Schmerzen,
für die es keinen klaren Befund gibt*.
Druck im Brustkorb.
Ein Magen, der sich zusammenzieht.
Erschöpfung,
die sich nicht einfach wegschlafen lässt.
Das heißt nicht,
dass „alles nur psychisch“ ist.
Der Körper bildet sich nichts ein.
Er reagiert.
Auf das, was war.
Auf das, was ist.
Auf das, was vielleicht schon lange
getragen wird.
Manche Spannungen haben einmal geholfen,
durchzuhalten.
Sich anzupassen.
Nicht zusammenzubrechen.
Doch was damals Schutz war,
kann heute Last geworden sein.
In der körperorientierten Psychotherapie
geht es nicht darum, Symptome zu bekämpfen.
Und nicht darum, sie schnell loszuwerden.
Sondern darum,
zu verstehen,
was sie schützen wollten.
Und dem Körper zu ermöglichen,
etwas anderes zu erfahren.
Sicherheit.
Kontakt.
Regulation.
Wenn der Körper merkt,
dass er nicht mehr allein ist,
muss er nicht mehr so laut sprechen.
Schmerzen können leiser werden.
Spannungen weicher.
Manche Symptome verlieren ihre Dringlichkeit.
Psychosomatische Beschwerden sind kein Beweis von Schwäche.
Sie sind oft ein Zeichen von Sensibilität.
Von einem System,
das sehr lange versucht hat,
etwas alleine zu tragen,
was nie für seine Schultern gemacht war.
Hier darf der Körper aufhören,
es allein zu tun.
Und manchmal beginnt genau dort
eine neue Beziehung zu ihm.
Nicht als Gegner.
Nicht als Problem.
Sondern als Teil von dir,
der gehört werden wollte.
*Ich muss dich bitten, körperliche Symptome ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen.
Unsere Arbeit kann deinem Körper helfen, seine allgemeinen Selbstheilungskräfte zu stärken,
doch wenn es eine klare körperliche Ursache für deine Leiden gibt, dann ist ein Arzt die dafür ausgewiesene Fachperson.
Die Vielfalt des Lebens
Die oben genannten Texte sind Eindrücke, Gedanken,
Du musst Dich keinem von ihnen zugehörig fühlen,
um Dich hier richtig zu fühlen.
Jeder Mensch ist anders. Jeder bringt seine eigenen Themen mit.
Meine Praxis ist ein Ort, an dem Dein Nervensystem neue Erfahrungen machen darf,
die ihm helfen, sich aus chronischer Anspannung zu lösen
und wieder mehr Lebensqualität zulassen zu können.
Und noch etwas tolles: Vielleicht kommst Du wegen einem Symptom (und wir können mit Symptomen arbeiten). Und dennoch wirkt diese Arbeit tiefer.
Sie wirkt in Deine Beziehung zu Dir selbst, zu Deinem Dasein in der Welt, zu Deinem Leben und Deinen Beziehungen.
Ein Symptom führt Dich auf den Weg.
Doch der Weg führt womöglich zu einem Leben, das wirklich zu dir passt.